Anatomie der Halswirbelsäule/Die mittlere und untere Halswirbelsäule
Aus Die Halswirbelsäule
Die mittlere und untere Halswirbelsäule
Die klassische Halswirbelsäule besteht aus fünf Wirbeln C3, C4, C5, C6 und C7.
Die Wirbel haben weitgehend die typische Wirbelgrundform, sie sind jedoch anhand der Foramina transversaria (bilateralsymmetrischer Kanal für Arterien) als Halswirbel zu identifizieren.
Die Halswirbel sind im Vergleich zu den Wirbeln der restlichen Wirbelsäule kleiner, wobei sie sich von kranial (Schädel) nach kaudal (Steißbein) vergrössern, sie sind auch breiter als von vorn nach hinten. Der vordere obere Bereich des Wirbels ist kellenförmig ausgebildet. Die Seitenränder dieser Fläche sind aufgeworfen, das nennt man Uncus corporis, an der Unterseite jedoch abgeschrägt und gefurcht. Vom Uncus corporis gehen gelegentlich kleine Knochenwucherungen aus, die auf die jeweiligen Spinalnerven drücken können. Die Halswirbellöcher sind verhältnismäßig gross, weil sie die zervikale Anschwellung des Rückenmarks (Intumescentia cervicalis) aufnehmen. Jeder Halswirbel steht über den oberen Gelenkfortsatz, auch Facies articularis superior genannt, zum unteren Gelenkfortsatz des darüberliegenden Halswirbels in Kontakt. So bildet sich der Wirbelkanal der Halswirbelsäule, der auch Foramina intervertebralia genannt wird. Der 7. Halswirbel, auch Vertebra prominens genannt, hebt sich ein wenig von den anderen Wirbeln der Halswirbelsäule ab. Sein sehr langer Dornfortsatz endet in einem deutlichen Höcker. Dieser Höcker kann am unteren Ende der Nackenfurche relativ leicht ertastet werden. Dem 7. Halswirbel fehlen manchmal die Foramina transversaria auf einer oder auch auf beiden Seiten.
Die Halswirbelsäule beherbergt des weiteren einen Teil des Rückenmarks, nämlich acht Rückenmarkssegmente (Halssegmente) die insbesondere die Atmungsmuskulatur und die oberen Extremitäten versorgen.
Aber nicht nur Nervenstränge durchlaufen die Halswirbelsäule, es gibt auch Arterien, die die Halswirbelsäule als "Kanal" benutzen. Die wichtigsten Arterien sind hierbei die paarigen Vertebralarterien, die jeweils den Arteriae subclaviae (Schlüsselbeinarterien) entspringen. Die Vertebralarterien ziehen rechts und links innerhalb der Halswirbelsäule durch die Foramina transversaria des sechsten bis zweiten Halswirbels, nach dem Durchtritt durch den zweiten Halswirbel biegt jede der Arterien dorsal (nach hinten) ab und verläuft auf dem hinteren Atlasbogen, dies ist die Atlasschleife der Arterie. Die Arterien ziehen daraufhin in die hintere Schädelgrube und verlaufen dann wieder nach vorn (kranial). Beide Vertebralarterien vereinigen sich dann zur Basilararterie (arteria basilaris). Diese Arterie versorgen das Kleinhirn, Teile des Mittelhirns und des Hirnstamms, des weiteren Gehör- und Gleichgewichtsorgane und hintere Anteile des Großhirns, sowie zervikale Spinalnerven und Ganglien (Nervenwurzeln). Man beachte, dass die Arterie nur in sehr geringem Umfang dehnfähig ist.
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